Flugsteuer ab sofort fällig
Die umstrittene Flugsteuer,die eigentlich erst zum kommenden Jahr 2011 eingeführt wird, ist ab sofort gültig. Damit soll verhindert werden, dass sich Vielflieger und Firmen bereits jetzt mit Tickets für das kommende Jahr eindecken um die Steuer zu vermeiden. Anders gesagt: Wer ab jetzt Flüge für 2011 bucht, muß einen Zuschlag zahlen. Die Höhe des Zuschlags ist entfernungsabhängig. Für Flüge bis zu 2500km werden 8 Euro pro Person fällig. Für Mittelstreckenflüge 25 Euro, für Langstreckenflüge 45 Euro. In die günstige Kategorie fallen neben allen EU-Ländern auch Island und Norwegen im Norden, Russland, die Ukraine, Weissrussland, Moldau und die Balkanstaaten im Osten, sowie Marokko, Algerien, Libyen, Tunesien und die Türkei im Süden. Vor allem Israel und Ägypten sind verärgert, dass ihre Flughäfen bereits unter die Mittelstrecke fallen und mit 25 Euro besteuert werden sollen – gerade Ägypten, das viele Pauschaltouristen anlockt und auch nicht weiter entfernt ist, als die Kanarischen Inseln (die zur Kurzstrecke gehören), will sich gegen die Regelung wehren, weil man Einbußen befürchtet.
Für die USA werden die gleichen Langstreckenzuschläge fällig wie für wesentlich weitere Flüge nach Fernost oder Australien. Allerdings gibt es auch noch Unklarheiten, z.B. ob Passagiere die von Berlin über Frankfurt nach New York fliegen, für die erste Strecke den Kurzstreckenzuschlag von 8 Euro zahlen müssen und für die Langstrecke nichts mehr, während ein Direktflug von Berlin nach New York 45 Euro mehr kosten würde.
Sicher ist jedoch eines: Fliegt man mit einem ausländischen Carrier über Amsterdam, Paris oder London zu Fernzielen, zahlt man nur die Kurzstrecke. Die ausländischen Airlines wird es freuen, während die Lufthansa Einbußen befürchtet. Germanwings kündigte bereits beim Bekanntwerden der Steuerpläne an, dass man über einen Umzug von Köln/Bonn zum Aachen-Maastricht-Airport in den Niederlanden nachdenke.
Besonders ärgerlich: Angeblich soll die Flugsteuer dem Umweltschutz dienen –doch ausgerechnet die alten lauten Spritfresser im Cargo-Geschäft werden nicht belastet.
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