Im September öffnete der ägyptische Gottkönig Tutanchamun in Köln die Tore seiner Grabkammer: Bei der Ausstellung “Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze” können Besucher seit dem 24. September die Schätze und Kunstwerke seiner prachtvollen Gruft bewundern und einiges über Traditionen, Technik, Religion und Kunst des alten Ägypten lernen.
Insgesamt 1,6 Millionen Ägypten-Begeisterte sahen die Ausstellung bereits an ihren anderen Standorten in Zürich und Madrid, nun kommen auch Kölnerinnen und Kölner in den Genuss des goldglänzenden Schatzes des legendären Kindkönigs, der nach neuestem Stand der Forschung noch vor seinem 20. Geburtstag verstarb. Das besondere am Grab des jugendlichen Königs ist, dass Grabräuber sich weitestgehend zurückgehalten hatten, die Schätze und der Pomp der altägyptischen Aristokratie also für die Nachwelt erhalten blieb. Der Archäologe Howard Carter öffnete das Grab 1922 erstmals nach fast 3.000 Jahren und fand es – anders als die meisten anderen ägyptischen Königsgräber – weitestgehend unversehrt.
Mit rund 1.000 Ausstellungsstücken auf 4.000 Quadratmetern – nur einem Fünftel der insgesamt im Grab vorgefundenen Kunstwerke – führt die Ausstellung Ägypten-Fans in die Welt des Tutanchamun, Sohn des Echnaton, der vermutlich bei einem Jagdunfall umgekommen ist. Allerdings handelt es sich nicht um Originale, sondern um originalgetreue Kopien. Dr. Martin von Falck, Wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung: “Bei einer Originalausstellung ist es immer so, dass es wenige Objekte gibt, die noch dazu nur kurz und weit entfernt vom Besucher ausgestellt werden.”
Nicht so bei der Tutanchamun-Ausstellung in Köln: Die Objekte sind nicht in staubigen Vitrinen verstaut, sondern zum Greifen nahe, sodass sich der Besucher ein deutlich besseres Bild der imposanten Kunstwerke machen kann. Zudem gibt es etwas, das in einer Ausstellung mit Originalen niemals möglich wäre: Auf der Route für Sehbehinderte können blinde Menschen die Stücke regelrecht “erfassen” und betasten.