Streik der Fluglotsen legt Flughafen Brüssel lahm
Wednesday, 29. September 2010Ein kurzfristig angesetzter Streik der Fluglotsen hat den Flugverkehr in Belgien lahmgelegt. Hunderte Verbindungen mussten gestrichen werden. Auch die Lufthansa annullierte Reisen nach Brüssel.
Brüssel – Ein Streik der Fluglotsen bei der Luftaufsicht Belgocontrol hat am Dienstag den gesamten Flugverkehr in Belgien lahmgelegt. Der Luftraum sei am Nachmittag für 24 Stunden gesperrt worden, teilte die nationale Flugsicherungsbehörde mit. Es handle sich um einen wilden Streik, der nicht angemeldet worden sei. Die Lufthansa musste rund ein Dutzend Verbindungen aus München und Frankfurt am Main in die belgische Hauptstadt streichen. Eurocontrol lotst auch an normalen Tagen alle Flugzeuge, die Belgien in einer Höhe von mehr als 7,5 Kilometern überfliegen. Die Flugzeuge darunter fallen normalerweise in die Zuständigkeit von Belgocontrol. Eurocontrol wollte es dem Sprecher zufolge so einrichten, dass auch diese Flugzeuge auf über 7,5 Kilometern steigen und von Eurocontrol geleitet würden.
Noch keine offiziellen Forderungen der Lotsen
Die Flutlotsen protestieren nach Angaben der größten belgischen Gewerkschaft ACV-CSC gegen ihre schlechten Arbeitsbedingungen und Probleme mit dem Management. Belgocontrol überwacht die Sicherheit im Luftraum des Landes. Bei einem Treffen war es Vertretern von Arbeitnehmern und Belgocontrol zuvor nicht gelungen, den Streik abzuwenden. Die Arbeitnehmer haben laut Unternehmen bislang aber keine offiziellen Forderungen präsentiert. “Sobald die Gewerkschaften eine formale Liste mit ihren Forderungen vorgelegt haben, ist das Management bereit, Gespräche aufzunehmen”, teilte Belgocontrol auf seiner Webseite mit. Einer Vertreterin des christlichen Gewerkschaftsbundes CSC zufolge sollte die erst am Montagabend angekündigte Aktion unter anderem auf Probleme bei der Behandlung der Mitarbeiter aufmerksam machen, wie die Agentur Belga berichtete. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, dass Fluglotsen “so plötzlich ihre Arbeit niederlegen, ist eher ungewöhnlich”.









