
Koeln hat die Bettensteuer schon eingeführt
Sorge wegen der “Bettensteuer”: Bei Städtereisen in Deutschland droht nach Einschätzung der Reisebranche deswegen ein Preisschub. Auch eine Blitzumfrage eines Hotelreservierungs-Dienstes zum Thema “Bettensteuer” bringt bemerkenswerte Ergebnisse ans Licht.
Köln hat sie schon: die “Bettensteuer” ist eine Kulturförderabgabe auf den Preis von Hotelübernachtungen in Höhe von fünf Prozent.
Experten befürchten, dass das Kölner Beispiel einer “Bettensteuer” Schule machen wird. Die Zusatzkosten für eine solche Steuer dürften nach Einschätzung der im Auftrag des Travel Industry Club (Neu-Isenburg) befragten Manager überwiegend die Gäste tragen müssen.
In der Umfrage unter Entscheidern der deutschen Reiseindustrie äußerten 88 Prozent der Befragten die Befürchtung, dass in absehbarer Zeit auch andere Kommunen eine solche “Bettensteuer” erheben werden. 98 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Hotels die Abgabe voll an ihre Gäste durchreichen werden. An der Erhebung des auf Touristik spezialisierten Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Trendscope beteiligten sich 254 Manager. Der Travel Industry Club ist ein Entscheidernetzwerk von Führungskräften der Reiseindustrie.
Auch eine Blitzumfrage des Online-Hotelreservierungsdienstes hotel.de unter seinen Buchungskunden zum Thema “Bettensteuer” bringt bemerkenswerte Ergebnisse ans Licht: Immerhin fast ein Drittel (30 Prozent) der über 1000 Umfrageteilnehmer spricht sich für eine solche Kulturtaxe aus, wenn mit den Einnahmen daraus wirklich kulturelle Angebote gefördert werden würden. Eine deutliche Mehrheit von 70 Prozent ist erwartungsgemäß gegen die Einführung der “Bettensteuer”.
57 Prozent der befragten Gegner würde bei einer flächendeckenden Einführung einer solchen Zusatzabgabe sogar ihr Buchungsverhalten ändern: Etwas mehr als die Hälfte (53,3 Prozent) der Reisenden würde demgemäß auf günstigere Hotels ausweichen, um die Kostenerhöhung aufzufangen. Soweit möglich, würde die verbleibende knappe Hälfte versuchen, Hotels in umliegenden Ortschaften, in denen keine Kurtaxe anfällt, zu buchen.